RE=FILL bringt industrielle Abwärme aus dem Chemiepark Leuna nach Leipzig, um die Stadt klimafreundlich mit Fernwärme zu versorgen. Die bisher ungenutzte Abwärme aus den Produktionsanlagen von TotalEnergies soll ab 2028 rund 38 Prozent des Leipziger Fernwärmebedarfs decken – das entspricht der Versorgung von etwa 100.000 Haushalten.
Das Projekt steht für Ressourcenschonung, CO₂-Reduktion und bezahlbare Wärmepreise – ein entscheidender Schritt auf Leipzigs Weg zur Klimaneutralität. Ganz im Sinne von „Efficiency First“ nutzen die Leipziger Stadtwerke mit RE=FILL eine bereits vorhandene Energiequelle: unvermeidbare industrielle Abwärme, die bei Produktionsprozessen in der TotalEnergies Raffinerie Mitteldeutschland entsteht und bislang ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird.
Künftig wird diese Wärme aufgefangen und über eine rund 19 Kilometer lange Fernwärmeleitung nach Leipzig gebracht – von Leuna bis in den Westen von Leipzig. Die neue Verbindung macht es möglich, Energie, die bisher verloren ging, sinnvoll zu nutzen – ganz ohne zusätzlichen Brennstoffeinsatz.
Daher auch der Projektname: RE=FILL steht für das „Nachfüllen“ des Leipziger Wärmebedarfs mit industrieller Abwärme – ein starkes Signal für eine nachhaltige, sichere und bezahlbare Wärmeversorgung der Zukunft.
Zentraler Baustein der Leipziger Wärmewende
Die Wärmewende ist ein entscheidender Hebel auf dem Weg zur Klimaneutralität – in Deutschland ebenso wie in Leipzig. Denn rund die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs entfällt auf das Heizen. In Leipzig stammt die Wärmeversorgung bislang fast ausschließlich aus fossilen Energieträgern wie Erdgas und Kohle. Das ist weder klimaverträglich noch zukunftssicher.
Leipzig will das ändern: Bis spätestens 2038 soll die städtische Wärmeversorgung klimaneutral sein. Um dieses Ziel zu erreichen, bauen die Leipziger Stadtwerke nicht nur das Fernwärmenetz aus, sondern arbeiten auch intensiv daran, die eingespeiste Wärme nachhaltig zu erzeugen.
RE=FILL spielt dabei eine zentrale Rolle. Durch die Nutzung industrieller Abwärme aus dem Chemiepark Leuna können künftig rund 38 Prozent des Leipziger Fernwärmebedarfs klimafreundlich gedeckt werden – ein bedeutender Schritt für die kommunale Wärmewende.
RE=FILL filmisch erklärt
Aktueller Projektstand
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Trassenverlauf
Die neue Fernwärmetrasse verläuft von der TotalEnergies Raffinerie im Chemiepark Leuna bis nach Kulkwitz im Westen von Leipzig. Auf ihrem rund 19 Kilometer langen Weg durchquert sie die Gemarkungen von vier Kommunen: Leuna, Weißenfels, Bad Dürrenberg und Markranstädt.
Hier sehen Sie den geplanten Trassenverlauf:
Bedeutung des Projekts für Leipzig und die Region
Klimafreundliche Wärme ohne neue Emissionen:
Die industrielle Abwärme aus dem Chemiepark Leuna fällt ohnehin an – RE=FILL nutzt sie erstmals systematisch für Leipzigs Fernwärmeversorgung. Weil keine zusätzliche Energie erzeugt werden muss, entstehen auch keine neuen Emissionen. Das spart fossile Brennstoffe, reduziert CO₂-Emissionen und bringt Leipzig spürbar voran auf dem Weg zur Klimaneutralität. Eine Lösung, die Energieeffizienz und Klimaschutz ideal verbindet.
Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit:
Durch die Anbindung an eine lokale, kontinuierlich verfügbare Wärmequelle wird Leipzig unabhängiger von fossilen Brennstoffen und globalen Energiepreisschwankungen. Das stärkt die regionale Versorgungssicherheit und bezahlbare Wärmepreise für Haushalte und Unternehmen.
Impuls für die Energiezukunft der Region:
RE=FILL bringt nicht nur klimafreundliche Wärme nach Leipzig, sondern schafft auch neue Perspektiven für die Region. Auf einem Abschnitt der Strecke wird parallel zur Wärmeleitung eine Wasserstoffpipeline verlegt, die Leipzig künftig an das überregionale Wasserstoffnetz anschließt. Gleichzeitig wird geprüft, ob auch Kommunen entlang der Trasse an die Fernwärmeleitung angeschlossen werden können. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer vernetzten, klimaneutralen Energieversorgung in der Region.
Fragen und Antworten zu RE=FILL
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